Die Welt zu Gast in München: Zur Eröffnung der Bits & Pretzels begrüßt Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring Gründer, Investoren und Technologie-Vordenker aus aller Welt im Namen der Bayerischen Staatsregierung. Dazu sprach Mehring auch in diesem Jahr wieder in freier englischer Rede auf der Mainstage und warb eindringlich für einen selbstbewussten europäischen Kurs im KI-Zeitalter: mit eigener Innovationskraft, digitaler Souveränität und international abgestimmten Regeln, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
„Wir wollen digitale Transformation nicht erleiden, sondern unsere digitale Zukunft selbst gestalten. In Bayern bringen wir dafür zusammen, was zusammengehört: exzellente Forschung, mutige Gründer und eine starke Wirtschaft, die aus Ideen echte Anwendungen macht“, erklärt Mehring.
Mehrings besonderer Dank gilt den drei Machern der Bits & Pretzels, Andreas Bruckschlögl, Bernd Storm van’s Gravesande und Felix Haas: „Ihr habt der Zukunft erneut den roten Teppich ausgerollt und die Welt nach München eingeladen. Ihr seid smarte Markenbotschafter des Digitalstandorts Bayern in der Welt. Wir sind dankbar für euren Einsatz und stolz, euch zu haben!“, so Mehring unter dem Applaus der Konferenzteilnehmer, die mit 7500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erneut restlos ausverkauft ist.
Bayerns KI-Moment: Aus mutigen Investitionen wird Zukunft
Für Mehring steht fest: Bayern muss seinen Wohlstand im KI-Zeitalter aktiv neu erarbeiten. „Wir werden nicht mit großen Augen an der Seitenlinie stehen, während Unternehmen aus den USA und Asien den Wohlstand von morgen unter sich verteilen. Wir wollen selbst aufs Spielfeld, geben Vollgas und spielen um die Spitze mit. Unser Anspruch ist klar: Die nächste technologische Erfolgsgeschichte soll in Bayern mitgeschrieben werden.“
Die Hightech-Agenda der Staatsregierung bereite dafür laut Mehring den Boden. „Die Saat, die wir mit unseren Investitionen in Forschung, Talente und Technologie ausgebracht haben, trägt Früchte. Bayern ist ein digitales Powerhouse Europas. Aus wissenschaftlicher Exzellenz werden Unternehmen, aus Gründergeist werden Arbeitsplätze und aus Innovation wird neue wirtschaftliche Stärke“, so Mehring. Und in der Tat: Nach OpenAI und Anthropic setzt auch Mistral auf München. Am Nachmittag wird der Digitalminister auf der Eröffnung des neuen Münchner Büros des französischen KI-Unternehmens sprechen. „Dass internationale KI-Spitzenunternehmen bei uns Wurzeln schlagen, zeigt: Unsere Strategie geht auf“, freut sich Mehring.
Digitale Souveränität: Europas Zukunft braucht eigene Schlüssel
Den zweiten Schwerpunkt seiner Rede setzte Mehring auf Europas technologische Handlungsfähigkeit. „Digitale Souveränität gehört ganz oben auf die politische Tagesordnung. Sie lässt sich nicht an eine IT-Abteilung delegieren. Wer die Macht über Daten und digitale Infrastruktur hat, entscheidet über den Wohlstand, die Freiheit und die Sicherheit von morgen.“
Europa brauche deshalb eigene Champions des KI-Zeitalters, mehr Kontrolle über seine Daten und weniger Abhängigkeit von einzelnen Anbietern. „Wir wollen mit den Besten der Welt zusammenarbeiten und zugleich auf eigenen Beinen stehen. Niemand darf einen digitalen Kill-Switch in der Hand haben, mit dem er unserer Wirtschaft oder unserem Staat den Stecker ziehen kann. Wer seine Zukunft selbst bestimmen will, muss die Schlüssel dafür in der eigenen Hand behalten“, betont Mehring.
„Human After All“: Fortschritt braucht Verantwortung
Mit Blick auf das Konferenzmotto „Human After All“ fordert Mehring, die jüngsten Warnungen aus der KI-Forschung ernst zu nehmen und daraus politische Handlungsfähigkeit zu entwickeln. „Wenn Menschen, die diese Technologien entwickeln, vor ihren Risiken warnen, müssen wir genau zuhören. Unser Maßstab muss sein: KI soll Menschen stärker machen und ihnen neue Möglichkeiten eröffnen. Der Mensch muss auch im Zeitalter intelligenter Maschinen die Richtung bestimmen.“
Ein einseitiger europäischer Entwicklungsstopp sei dafür der falsche Weg. „Wenn Europa die Pausetaste drückt, während der Rest der Welt weiter beschleunigt, verlieren wir Einfluss und gewinnen keine Sicherheit. Wir brauchen global wirksame Regeln und ein Europa, das stark genug ist, sie mitzugestalten. Auf die Frage, wie wir technologische Stärke, Selbstbestimmung und Verantwortung zusammenbringen, lautet ein entscheidender Teil meiner Antwort: Europa, Europa, Europa!“
Am morgigen Dienstag eröffnet der Digitalminister gemeinsam mit Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger und Gastgeber Bernd Storm den CIO AI Summit, dessen Co-Host Mehring auch in diesem Jahr wieder ist. Dort kommen hunderte Technologieentscheider zusammen, um über die Zukunft und den konkreten Einsatz von KI zu diskutieren. Mehring: „Unser Ziel ist, dass aus dem Austausch in München neue Partnerschaften, marktfähige Ideen und konkrete Investitionen entstehen. Die Energie dieser Tage soll weit über die Konferenz hinauswirken – in unsere Unternehmen, unsere Verwaltung und den Alltag der Menschen.“