Wie kann Europa seine digitale Souveränität stärken und zugleich international wettbewerbsfähig bleiben? Mit dieser Frage beschäftigten sich mehrere hundert Spitzenvertreter der Tech-Branche aus der ganzen Welt beim CIO AI Summit der „Bits & Pretzels“ in München. Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring fungiert auch in diesem Jahr wieder als Co-Gastgeber und eröffnete den renommierten Summit erstmals gemeinsam mit Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger und Bits-&-Pretzels-Mitgründer Bernd Storm. CIOs, Chief AI Officers und weitere Technologieverantwortliche diskutieren seither über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, technologische Abhängigkeiten und die digitale Handlungsfähigkeit von Unternehmen und Staat.
Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: „Wer digitale Souveränität will, muss das Fundament dafür schaffen: eigene Rechenzentren, eigene Cloud-Infrastruktur, eigene KI-Anwendungen. Genau das tun wir, denn es geht nicht mehr um das Wollen, sondern um das Machen. Das ist die Dynamik, die wir jetzt in Deutschland und Europa brauchen.“
In seiner Opening-Keynote sprach Minister Mehring eine deutliche Warnung aus: „Die Weltordnung verändert sich und digitale Technologien sind längst zu einem geopolitischen Instrument geworden. Digitale Souveränität ist keine IT-Frage mehr. Wer die Macht über die Daten hat, entscheidet über Wohlstand und Sicherheit der Zukunft. Bei KI und Co. geht es um unsere staatliche Handlungsfähigkeit, ökonomische Wettbewerbsfähigkeit und unsere strategische Resilienz.“
Bayern setzt deshalb auf konkrete Alternativen. Mit dem Projekt SovereignIT lässt Minister Mehring gerade einen souveränen digitalen Arbeitsplatz für seine Verwaltung im Echtbetrieb erproben. Sein Ziel ist ein souveräner Standardarbeitsplatz für die bayerische Verwaltung.
Mehring: „Unser Ziel ist nicht Autarkie, sondern Wahlfreiheit. Wir wollen Wahlmöglichkeiten schaffen und unsere Handlungsfähigkeit sichern.“ Der Minister ist überzeugt: „Europa darf die Schlüssel für sein digitales Haus nicht bei Trump abgeben.“ Umso mehr setzt Mehring auf offene Technologien, alternative Anbieter und die Fähigkeit, im Ernstfall unabhängig handeln zu können.
Digitale Souveränität bedeutet für Mehring zugleich, eigene technologische Stärke aufzubauen. Bayern verfüge dafür laut dem Minister über ein leistungsfähiges Start-up- und Technologieökosystem und ziehe zunehmend internationale und europäische KI-Unternehmen an. Neben OpenAI und Anthropic sei mit Mistral AI zu Wochenbeginn ein bedeutender europäischer KI-Anbieter nach München gekommen. „Wir wollen digitale Transformation nicht vom Spielfeldrand aus erleiden, sondern auf dem Feld aktiv gestalten“, sagt Mehring. „Als Europas erfolgreichster KI-Standort sehe ich Bayern in der Verantwortung, unser Scherflein beizutragen, dass Europa eigene Champions des KI-Zeitalters entwickelt.“
Bei der Entwicklung leistungsfähiger KI gelte es dabei laut Mehring, Sicherheit und Innovation zusammenzubringen. Für den 5. Oktober kündigte er deshalb einen weiteren KI-Gipfel mit führenden Anbietern großer Sprachmodelle in München an. Dabei sollen konkrete Sicherheitsmaßnahmen, internationale Standards und geeignete politische Rahmenbedingungen diskutiert werden. „KI muss sicher und verantwortungsvoll entwickelt werden. Gleichzeitig dürfen wir europäische Innovation nicht einseitig abwürgen. Sonst gewinnen wir keine zusätzliche Sicherheit, sondern verlieren nur an Einfluss“, so Mehring. „Unser Ziel heißt technologische Souveränität – nicht technologische Abschottung“, betont der Minister.
Der CIO AI Summit bei Bits & Pretzels hat damit einen Schwerpunkt gesetzt, den Mehring in Bayern ganz oben auf die digitalpolitische Agenda gesetzt hat: Technologische Souveränität soll nicht nur politisches Ziel sein, sondern in Unternehmen und Verwaltung konkret umgesetzt werden. Mit Mistral hat Mehring dafür einen potenten neuen Partner gewonnen.