Schulterschluss für den modernen Digitalstaat: Spitzenvertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft stellen sich hinter „Weckruf zur digitalen Zeitenwende“ des Digitalministers / Mehring: „Es geht ein digitaler Ruck durch Deutschland!“
5. Februar 2026
Auf Antrag Bayerns hat die Digitalministerkonferenz (DMK) Ende 2025 einstimmig beschlossen, das Prinzip Digital Only gesetzlich zu verankern. Der von Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring eingebrachte Vorstoß sieht vor, Verwaltungsleistungen künftig grundsätzlich digital zu beantragen – bei gleichzeitigem Angebot persönlicher Unterstützung vor Ort. Flankierend zu diesem Beschluss hat Mehring nun den „Weckruf für eine digitale Zeitenwende“ initiiert und im Rahmen des Zukunftskongresses des Behördenspiegels vorgestellt. Der Weckruf stößt auf breite Unterstützung aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft: Zehn Institutionen, Verbände, Unternehmen und Vertreter aus der Wissenschaft haben sich dem Weckruf angeschlossen.
Rückenwind kommt dabei aus allen Generationen – auch von den Älteren. Eine aktuelle, repräsentative Bitkom-Untersuchung zeigt: Zwei Drittel (66 Prozent) der Menschen ab 65 Jahren wünschen sich, dass die Digitalisierung schneller vorangetrieben wird. Bereits 74 Prozent der über 65-Jährigen sind heute online, in der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen sind es 85 Prozent. 81 Prozent der Seniorinnen und Senioren sehen die Digitalisierung inzwischen als Chance – 2020 waren es erst 64 Prozent. Auch Zukunftstechnologien sind in dieser Altersgruppe angekommen: Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der über 65-Jährigen hat bereits Anwendungen Künstlicher Intelligenz genutzt. Die Studie belegt damit eindrucksvoll: Der Wunsch nach einem modernen Digitalstaat ist keine Generationenfrage mehr.
Unterstützer des Weckrufs Digital Only:
- Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft
- Prof. Dr. Michael Dowling, Vorstandsvorsitzender Münchner Kreis
- Lea Frank, Deutscher Startup Verband, Landessprecherin Bayern
- Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK)
- Boris Hecker, Bitkom Landessprecher Bayern
- Prof. Dr. Dirk Heckmann, Professur Recht und Sicherheit der Digitalisierung, TU München
- Rolf von Hohenau, Präsident, Bund der Steuerzahler Bayern e. V.
- Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin Initiative D21 e.V.
- Philipp Seitz, Präsident Bayerischer Jugendring
- Rolf Schumann, Co-CEO Schwarz Digits
Mit der Unterstützung der Institutionen wächst der politische Impuls von Digitalminister Mehring zu einer breiten Bewegung für einen modernen, leistungsfähigen und zukunftsfesten Staat. Ziel ist es, den digitalen Verwaltungsweg bundesweit zum Regelfall zu machen und analoge Doppelstrukturen konsequent abzubauen – bei gleichzeitig gesicherter digitaler Teilhabe für alle. Erst im Dezember ergab eine repräsentative Bitkom-Studie, dass das Thema „Digitale Verwaltung“ für die Deutschen die mit Abstand wichtigste digitalpolitische Priorität ist. Wirtschaft und Gesellschaft im Land positionieren sich damit eindeutig und stärken dem Digitalminister den Rücken. Kurzum: Es muss ein digitaler Ruck durch Deutschland gehen, um aus der „analogen Spirale“ auszubrechen. Mehrings Mission: „Vorfahrt für das Digitale in der ganzen Republik!“
Digitalminister Dr. Fabian Mehring erklärt: „Wir starten dieses Jahr nicht nur mit guten Vorsätzen, sondern mit einer klaren Ansage: Der digitale Staat darf 2026 keine Zukunftsvision bleiben. Eine innovative Verwaltung ist schon heute ein harter Standortfaktor im Hier und Jetzt und damit klarer Auftrag für die Gegenwart. Mein Weckruf für einen modernen Digitalstaat erklingt nicht allein in der Politik. Dass sich nun Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft meiner Initiative anschließen, zeigt: Digital Only ist kein digitalpolitisches Hirngespinst, sondern die notwendige Antwort auf die Lebenswirklichkeit moderner Menschen und unserer Unternehmen. Angesichts von Bürokratie, Demographie und angespannter Haushaltslage in unserem Land können wir es uns schlicht nicht länger leisten, Arbeitskraft, Effizienz und Steuergeld in analogen Doppelstrukturen zu verlieren. Wer zulasten künftiger Generationen Schulden anschreiben lässt, ist in der Pflicht, auch seine Hausaufgaben in der Gegenwart zu erledigen“, so Minister Mehring.
Digital Only als gemeinsame Zielmarke
Der unterzeichnete Weckruf macht deutlich, dass Deutschlands bisheriger Ansatz der Digitalisierung – der parallele Betrieb digitaler und analoger Verfahren – an seine Grenzen stößt. Der analoge Doppelweg verursacht hohe Kosten, bindet Personal und verhindert die Generierung einer digitalen Dividende. Erst mit dem Abschied vom Analogen entstehe der notwendige Umsetzungsdruck, um Verwaltung grundlegend zu modernisieren.
Die Unterzeichner sprechen sich daher klar für Digital Only als bundesweite Zielmarke aus. Hierzu sollen Verwaltungsverfahren weitestmöglich digitalisiert, automatisiert und nutzerfreundlich gestaltet werden: „Mit dem Ruhestand der Babyboomer-Generation wird sich der Fachkräftemangel im Land dramatisch verschärfen – uns gehen schlicht die Köpfe aus. Uns bleibt also nur, alles zu digitalisieren und zu automatisieren, was möglich ist, damit weniger Köpfe unseren Wohlstand in die Zukunft tragen können“, so Mehring.
Digitale Teilhabe ausdrücklich mitgedacht
Zugleich unterstreicht der Weckruf, dass digitale Teilhabe und Digital Only kein Widerspruch sind. Im Gegenteil – die Einsparungen durch den Abbau analoger Doppelstrukturen eröffnen neue Spielräume für gezielte Unterstützungsangebote, etwa durch Servicestellen, persönliche Begleitung oder Hilfe für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Digitalminister Mehring: „Menschen in hohem Lebensalter fordert die Komplexität deutscher Bürokratie meist ohnehin so sehr heraus, dass sie sowieso persönliche Unterstützung benötigen – ganz egal, ob ein Verwaltungsakt analog oder digital vollzogen wird. Mein Ansatz lautet daher: „Lasst uns allen persönlich helfen, die Unterstützung brauchen – und dies dadurch finanzieren, dass die anderen 90 Prozent der Bevölkerung ihre Behördengänge komfortabel, von überall aus und zu jederzeit digital erledigen, ohne hierfür analoge Doppelstrukturen vorzuhalten. Konkret kann die Verwaltungskraft aus dem Rathaus Omas Antrag dann sogar mit ihr zusammen im heimischen Wohnzimmer ausfüllen – weil niemand mehr ganztägig an einem Schalter sitzen muss. So funktioniert ein moderner Service-Staat, der sich am Menschen ausrichtet und nicht andersherum.“
Wie wichtig genau diese Angebote sind, zeigt ebenfalls die aktuelle Bitkom-Untersuchung: Seniorinnen und Senioren wünschen sich vor allem telefonische Unterstützung (78 Prozent), Kurse vor Ort (66 Prozent) sowie Beratungsangebote durch öffentliche Stellen (60 Prozent). Genau hier setzt das bayerische Digitalministerium mit dem Projekt „Zusammen Digital“ an. Unter www.zusammen-digital.de bündelt der Freistaat Unterstützungsangebote, Lernformate und Anlaufstellen, die Menschen aller Altersgruppen – insbesondere auch Ältere – beim Erwerb digitaler Kompetenzen unterstützen und digitale Angebote verständlich und zugänglich machen.
Generationengerechtigkeit und staatliche Handlungsfähigkeit
Angesichts angespannter Haushaltslagen und wachsender Investitionsbedarfe betonen die Unterzeichner zudem die generationenpolitische Dimension der Verwaltungsdigitalisierung. Statt immer neuer Sondervermögen brauche es eine konsequente Realisierung der digitalen Dividende. Mit dem Schulterschluss aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erhält das Ziel eines digitalen Staates damit zusätzliche Legitimation und Rückenwind.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft: „Eine digitale Verwaltung erspart Unternehmen und Bürgern nicht nur den Gang zum Amt, sondern ist vor allem ein massiver Wettbewerbsvorteil für unseren Standort. Eine Digital Only-Verwaltung reduziert Bürokratie und Zeitaufwand, sorgt für höhere Effizienz und geringere Kosten. Jetzt gilt es, die Voraussetzungen für Vereinfachungen und Beschleunigungen zu schaffen, wie durch eine zügige Registermodernisierung als Basis eines konsequenten ‚Once-Only‘-Prinzips.“
Prof. Dr. Michael Dowling, Vorstandsvorsitzender Münchner Kreis: „Der MÜNCHNER KREIS begrüßt den Ansatz Digital Only als wichtigen Impuls für eine leistungsfähige und zukunftsorientierte Verwaltung. Im Einklang mit seinem Auftrag, die digitale Transformation interdisziplinär und interessenübergreifend zu begleiten, unterstützt der MÜNCHNER KREIS als neutrale Plattform die konsequente, nutzerorientierte und effiziente Ausgestaltung digitaler Verwaltungsprozesse.“
Lea Frank, Deutscher Startup Verband, Landessprecherin Bayern und Co-Founder & CEO Anybill: „Digital Only ist wichtig, weil Transformation ohne Abschied vom Analogen nicht funktioniert. Solange digitale Verfahren nur Ergänzung sind, bleiben Prozesse doppelt, langsam und teuer – zulasten von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen. Erst wenn digital der Standard ist, entstehen echte Effizienzgewinne und nutzerfreundliche Abläufe.“
Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags: „Digital Only ist die Turbotaste für eine schlanke und schnelle Verwaltung. Die erfolgreiche Voll-Digitalisierung des Staates kann den Unternehmen nicht schnell genug gehen, denn sie haben viel mehr Behördenkontakte als Privatpersonen. Die Effizienzgewinne sind enorm: Wären unsere Behörden so digital wie in Dänemark, könnte die jährliche Wirtschaftsleistung in Deutschland laut ifo-Institut um rund 100 Milliarden Euro höher liegen – ein Wachstumsplus von zwei Prozent. Im Freistaat würde erstklassige Verwaltungsdigitalisierung rund 18 Milliarden Euro mehr Wirtschaftsleistung pro Jahr auslösen.“
Prof. Dr. Dirk Heckmann, Professur Recht und Sicherheit der Digitalisierung, TU München: „Digital Only ist der Schlüssel zu echter Verwaltungsmodernisierung. Dies hängt niemanden ab – es schafft vielmehr Freiräume. Standardfälle laufen digital, schnell und automatisch. So gewinnen Behörden Zeit für das, was nicht automatisierbar ist – persönliche Hilfe, barrierearm und von Mensch zu Mensch. Weniger Formulare, mehr Service: IT und KI arbeiten im Hintergrund: schnell, sicher, unaufdringlich. Digitalisierung macht Verwaltung effizienter und zugleich menschlicher.“
Boris Hecker, Bitkom Landessprecher Bayern: „Digital Only ist ein zentraler Baustein einer modernen, leistungsfähigen Verwaltung. Ein digitaler Staat entsteht nicht durch zusätzliche Online-Formulare, sondern durch konsequent Ende-zu-Ende digital gedachte Prozesse. Wird der digitale Weg zum Standard, lassen sich Effizienzpotenziale heben, Fachkräfte entlasten und die Verwaltung zukunftsfähig aufstellen. Entscheidend sind Nutzerfreundlichkeit, kontinuierliche Weiterentwicklung, Unterstützungsangebote vor Ort sowie ein Rechtsanspruch auf Digital Only und ein klarer Umsetzungsfahrplan.“
Rolf von Hohenau, Präsident, Bund der Steuerzahler Bayern e. V.: „Digital Only ist kein Selbstzweck, sondern eine Frage verantwortungsvollen Umgangs mit Steuergeld. Der parallele Betrieb analoger und digitaler Verfahren kostet jedes Jahr Milliarden, bindet Personal und verhindert Effizienzgewinne. Wer einen leistungsfähigen Staat will, muss den digitalen Weg konsequent zum Regelfall machen.“
Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin Initiative D21 e.V.: „Die Mehrheit ist bereit für eine vollständig digitale Verwaltung. Wer noch skeptisch gegenüber Digital Only ist, möchte spürbare Vorteile und Unterstützungsleistungen, wenn die Verwaltung rein digital wird – das zeigt unser eGovernment MONITOR. Digital Only hat den Vorteil, dass die Verwaltung dadurch den Druck hat, die digitalen Angebote so zu gestalten, dass sich auch weniger Affine dort zurechtfinden. „Vollständig digital“ heißt nicht „ohne menschliche Hilfe“. Es bedeutet: bessere Services; mit digitalem Rückgrat und menschlicher Unterstützung.“
Rolf Schumann, Co-CEO Schwarz Digits: „Digital Only bedeutet für uns nicht das Ende der physischen Welt, sondern deren disruptive Vereinfachung. Es ist das Versprechen, Komplexität durch Technologie unsichtbar zu machen – damit Prozesse nicht nur schneller, sondern intelligenter und souveräner werden. Bei Schwarz Digits verstehen wir Digital Only als das Rückgrat einer Zukunft, in der Daten die Brücke zwischen Effizienz und echtem Mehrwert schlagen. Digital Only ist das Betriebssystem für ein zukunftsfähiges Land.“
Philipp Seitz, Präsident Bayerischer Jugendring: „Die digitale Transformation von Staat und Verwaltung ist eine große Aufgabe. Aber sie ist wichtig, weil sie Bürokratie abbaut, Zugänge vereinfacht und die Lebensrealitäten der Menschen widerspiegelt. Auch der Bayerische Jugendring treibt die gesellschaftliche Digitalisierung in verschiedenen Projekten voran: Bei der diesjährigen U18-Wahl wird es z.B. in ausgewählten Pilotkommunen erstmals Wahlen geben, die ausschließlich digital stattfinden. Das Projekt setzen wir zusammen mit dem Digitalministerium um – perspektivisch könnte es als Modell für digitale Abstimmungen in ganz Bayern fungieren.“
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HERAUSGEBER
Bayerisches Staatsministerium für Digitales

