
Souveräner Arbeitsplatz Bayern
Digitale Souveränität ist gerade für den Staat und die öffentliche Verwaltung eine zentrale Zukunftsaufgabe: Immer mehr staatliche Prozesse beruhen auf digitalen Technologien und benötigen zwingend Informationstechnik für den reibungslosen Ablauf. Im Rahmen der Sachbearbeitung durch die Beschäftigten werden täglich hochsensible persönliche Daten der Bürgerinnen und Bürger verarbeitet. Die IT-Systeme und die Softwareumgebungen müssen deshalb krisenfest, belastbar und vor allem unabhängig ausgestaltet sein. Nur so lassen sich zentrale staatliche Aufgaben wie die Daseinsvorsorge, Sicherheit und der Betrieb grundlegender Infrastrukturen zuverlässig erfüllen und Beeinträchtigungen durch Abhängigkeiten von ausländischen IT-Anbietern und insbesondere deren Gesetzgebungen vermeiden. Ein gezielter Umstieg auf interoperable und erweiterbare souveräne Lösungen stärkt die Resilienz der Verwaltung und schützt staatliche Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit auch in Krisen- und Ausnahmesituationen.
Das Bayerische Digitalministerium hat das Projekt „Souveräner Arbeitsplatz Bayern“ gestartet, um auf der Basis des Beschlusses der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) zur föderalen Modernisierungsagenda digitale, souveräne Alternativen zu proprietärer Arbeitsplatzsoftware bereitzustellen. Der Ansatz sieht vor, in den kommenden Monaten verschiedene souveräne Angebote im Alltagsbetrieb zu testen. Aus den im Rahmen der Testphase gewonnenen Erfahrungen soll ein im Regelbetrieb nutzbarer Standardarbeitsplatz entstehen, der die gängigen Büro- und Produktivitätssoftwarekomponenten enthält. Bereits im kommenden Jahr sollen 20 Prozent der Mitarbeitenden des Bayerischen Digitalministeriums ihre alltäglichen Aufgaben ausschließlich mit der neuen Lösung erledigen.
Das Projekt soll zugleich einen Beitrag dazu leisten, die Lizenz‑ und Nutzungskosten für proprietäre Plattformen mittelfristig zu senken, ohne die Leistungsfähigkeit und Sicherheit der ministeriellen Arbeit zu beeinträchtigen.
Aufgrund der Erkenntnisse und Erfahrungen in dem Projekt „Souveräner Arbeitsplatz Bayern“ soll dann entschieden werden, alle Arbeitsplätze im Bayerischen Digitalministerium umzurüsten und perspektivisch auch weitere Softwarekomponenten (wie z. B. das Betriebssystem) durch alternative Produkte zu ersetzen.
Entwicklerinnen und Entwickler organisationsübergreifend und communitygetrieben an Programmen arbeiten und sie stetig und transparent verbessern. Open Source-Software fördert oft Innovation, Zusammenarbeit und Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern.