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Pressemitteilungen

Bericht aus der Kabinettssitzung vom 1. Oktober 2019

1. Oktober 2019

1. Staatsregierung startet Informations- und Imagekampagne, um den Bürgern die Leistungen der Landwirtschaft für die Gesellschaft näherzubringen / Städtische Bevölkerung als Hauptzielgruppe für innovative Botschaften und Dialog / Sensibilisierung für Anliegen bäuerlicher Familien 

2. Bayern setzt künftig noch mehr auf regionale Lebensmittel / Regionale Wertschöpfungsketten werden gestärkt und ausgebaut / Heimat-Lebensmittel werden fester Faktor im Ernährungsbereich 

3. Zehn Jahre Games-Förderung in Bayern / 160 Projekte mit fast zehn Millionen Euro unterstützt / Perspektive auch für E-Sports 

 

Staatsministerin Judith Gerlach bei der Kabinettssitzung am 1. Oktober 2019.vergrößern

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Staatsregierung startet Informations- und Imagekampagne, um den Bürgern die Leistungen der Landwirtschaft für die Gesellschaft näherzubringen / Städtische Bevölkerung als Hauptzielgruppe für innovative Botschaften und Dialog / Sensibilisierung für Anliegen bäuerlicher Familien

Eine breit angelegte Informations- und Imagekampagne soll städtische Bevölkerung und bäuerliche Landwirtschaft wieder näher zusammenbringen. Die Kampagne soll durch innovative, moderne und überraschende Maßnahmen die Bürgerinnen und Bürger ansprechen und sie für die Belange und Sorgen der bäuerlichen Familien auf den rund 100.000 Betrieben Bayerns sensibilisieren. Ziel ist es, die bäuerliche Landwirtschaft und Bayerns Bevölkerung vor allem in den Städten wieder stärker miteinander zu verzahnen und die Wertschätzung für die Landwirtschaft stärken.

Die vielfältigen und wertvollen Leistungen der bäuerlichen Landwirtschaft für die Kulturlandschaft, das Tierwohl, den Naturschutz und die Produktion hochwertiger Lebensmittel sollen herausgestellt werden und so dem Verbraucher den Wert der bäuerlichen Landwirtschaft Bayerns stärker vor Augen führen. Damit setzt die Staatsregierung angesichts der tiefen Verunsicherung bäuerlicher Familien ein deutliches Zeichen und trägt zur stärkeren Wertschätzung der Leistungen und Produkte der Landwirtschaft in der Gesellschaft bei. Zugleich wird besonders den Junglandwirten gezeigt, dass ihr Beruf Zukunft hat. Das gegenseitige Verständnis von städtischer und ländlicher Bevölkerung wird damit gestärkt.

Die Botschaften der Kampagne, für die insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung stehen, sollen über die verschiedensten medialen Kanäle verbreitet werden – von Social Media, TV, Radio oder Print bis hin zu großflächigen Anzeigenkampagnen. Im Mittelpunkt steht die Begegnung zwischen Landwirt und Verbraucher: Unter dem Motto „Stadt trifft Bauer“ sind zudem ein Schaubauernhof in Stadtlage, ein eigenes Info-Mobil sowie aufsehenerregende Kunstinstallationen in den bayerischen Großstädten geplant. Auch eigene Bauernhofwochen sollen den Dialog zwischen Verbrauchern und Landwirten verstärken.

Darüber hinaus werden die schon eingeführten und erfolgreichen Maßnahmen und Initiativen verstärkt, die zum Verständnis zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft beitragen. So wird das Programm „Erlebnis Bauernhof“ ausgeweitet. Damit werden künftig nicht nur Kinder der Grund- und Förderschulen einen Tag auf dem Bauernhof verbringen, sondern auch die schon etwas älteren der Sekundarstufe I. Das bisherige Pilotprojekt „Wissen, wie‘s wächst und schmeckt“, das Kinder wieder stärker in Kontakt mit der Herkunft von Lebensmitteln bringt, wird fest eingeführt und das Finanzvolumen für das Programm „Urlaub auf dem Bauernhof“ wird verdoppelt. Um den Dialog mit der städtischen Bevölkerung zu vertiefen, sollen zudem künftig die bewährten Bauernmarktmeilen in München und Nürnberg, die Hoffeste im Bayerischen Landwirtschaftsministerium und das alle vier Jahre stattfindende Zentrale Landwirtschaftsfest verstärkt genutzt werden.

2. Bayern setzt künftig noch mehr auf regionale Lebensmittel / Regionale Wertschöpfungsketten werden gestärkt und ausgebaut / Heimat-Lebensmittel werden fester Faktor im Ernährungsbereich

Regionale Lebensmittel genießen beim Verbraucher einen hohen Stellenwert. Heimat-Lebensmittel stehen für Qualität, Vielfalt und Nachhaltigkeit. Für die heimische Landwirtschaft, den Einzelhandel und die Gastronomie bieten Heimat-Lebensmittel wichtige Wettbewerbsvorteile. Ebenso lassen sich auf regionalen Märkten, bei denen der direkte Kontakt zwischen Verbrauchern und Produzenten im Mittelpunkt steht, deutlich höhere Wertschöpfungen erreichen als in anonymen Massenmärkten. Die Staatsregierung wird deshalb den Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten stärker unterstützen. Damit werden die Erwartungen der Verbraucher erfüllt und der heimischen Landwirtschaft Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet.

Die Förderung regionaler Wertschöpfungsketten durch die Staatsregierung baut auf einem festen Fundament auf. Die beiden Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramme „Geprüfte Qualität – Bayern“ sowie „Bayerisches Bio-Siegel“ sind bereits erfolgreich etabliert. Rund 20.000 landwirtschaftliche Betriebe sowie über 500 Unternehmen der Ernährungswirtschaft sind in die entsprechenden Qualitätskontrollsysteme eingebunden. Der Verbraucher weiß damit bei seiner Kaufentscheidung, dass er ein echtes Heimatprodukt von hoher und geprüfter Qualität bekommt. Das zunehmende Interesse an den Programmen durch den Lebensmitteleinzelhandel bietet die Möglichkeit, verstärkt bayerische Produkte und Rohwaren am Markt zu platzieren – sowohl im konventionellen Segment als auch im Bio-Bereich.

Um die regionalen Strukturen zu stärken sind folgende Maßnahmen geplant:

• Direktvermarktung weiter stärken
Mit neuen Regionalplattformen, Initiierung von Bauernmärkten und Gemeinschaftspräsentationen wird auf eine emotionale Verbraucheransprache gesetzt. Gleichzeitig werden neue technische Möglichkeiten genutzt, wie etwa Verkaufsautomaten mit Regionalprodukten. Dabei wird bei der Direktvermarktung auch die Digitalisierung eine stärkere Rolle spielen.

• Allianzen mit Lebensmittelhandwerk und Gemeinschaftsgastronomie
Betriebe des bayerischen Genusshandwerks und der anspruchsvollen Gemeinschaftsgastronomie sind wichtige Partner der heimischen Landwirte. Deshalb baut die Staatsregierung mit den betreffenden Verbänden entsprechende „Regionalallianzen“ auf. Ziel ist, dass auf regionale Rohstoffe setzende Betriebe kurze regionale Wirtschaftskreisläufe etablieren. Dabei wird die Zusammenarbeit mit Müllern, Metzgern, Bäckern und Gastronomen gesucht, für die solche regionalen Wertschöpfungsketten eine echte Chance zur lokalen Profilierung sind.

• Aktivierung der Gastronomie
Mit der Aktion „Ausgezeichnete Bayerische Küche“ stärkt die Staatsregierung das Thema Regionalität im Gastronomiebereich. Auf der Internetplattform „www.wirt-sucht-bauer.de“ finden Gastronomen bei der Suche nach den passenden Regionalprodukten schneller die Erzeuger. Mit dem „Ausgezeichneten Bayerischen Festzelt“ ist es bereits gelungen, die Regionalität bei Großveranstaltungen zu fördern. Diese Ansätze verstärkt die Staatsregierung künftig, um bei Großveranstaltungen regionale bayerische Produkte einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

• Regionalisierung der Gemeinschaftsverpflegung
Im Sinne des Volksbegehrens werden staatliche Kantinen zum Vorbild für eine regionale und ökologische „Klimaküche“. Die Staatsregierung wird Kantinen unterstützen, das Ziel eines 50 Prozent-Anteils an regionalen und / oder ökologischen Lebensmitteln zu erreichen. Einen Schwerpunkt bilden Spezialitäten auf der Basis besonderer Haltungsformen, wie Fleisch vom Strohschwein und Almvieh.

Mit der Stärkung regionaler Kreisläufe erhalten Lebensmittel aus Bayern – als Gegenpol zu uniformen Standardprodukten – ein unverwechselbares Gesicht. Heimat-Lebensmittel sollen ein fester Faktor im Ernährungsbereich werden.

3. Zehn Jahre Games-Förderung in Bayern / 160 Projekte mit fast zehn Millionen Euro unterstützt / Perspektive auch für E-Sports

Bayern steht seit zehn Jahren voll hinter seiner Games-Branche und unterstützt durch gezielte Förderung diesen wichtigen Innovationstreiber für die gesamte Industrie. Der Freistaat war damit Vorreiter in Deutschland und hat dabei immer wieder Maßstäbe gesetzt. Seit Beginn der Förderung wurden über den FilmFernsehFonds Bayern (FFF) rund 160 Projekte mit insgesamt fast zehn Millionen Euro gefördert. Schwerpunkt ist dabei, kleinen Unternehmen eine Anschubhilfe zu bieten und etablierten Unternehmen Wachstum zu ermöglichen. Konzepte, Prototypen, aber auch die Produktion von Spielen können Gegenstand der Förderung sein. In Bayern gibt es mittlerweile rund 120 Unternehmen aus der Games-Branche.

Das erklärte Ziel ist es, dass in Deutschland auch mit Blockbustern der Filmbranche vergleichbare, mit großem Budget hinterlegte Triple-A-Spiele entwickelt werden. Dazu fordert die Staatsregierung den Bund nachdrücklich auf, die Bundesförderung zu verstetigen. Die Games-Branche braucht bestmögliche Rahmenbedingungen und einen klaren Standortvorteil, durch den Bayern sich besonders auszeichnet.

Um den Nachwuchs bei Mitarbeitern und Game-Startups zu stärken, setzt die Staatsregierung auf ein breites Maßnahmenpaket:
• Der Nachwuchs soll neben Fördermitteln auch das nötige Know-how vermittelt bekommen, beispielsweise im Bereich Geschäftsentwicklung, Finanzierung und Marketing. So können die Unternehmen Marktchancen besser nutzen und Teams mit den richtigen Fähigkeiten zusammenstellen.
• Games made in bavaria sollen einzigartig sein. Daher startet Bayern mit internationalen Workshops eine Kreativitätsoffensive, damit noch mehr Games aus Bayern Auszeichnungen wie den Deutschen Computerspielpreis erringen.
• Auch in der Games-Branche geht viel Frauenpower verloren. Bayern legt daher Maßnahmen zur gezielten Förderung von Frauen auf, unter anderem im Rahmen der Initative BayFiD „Bayerns Frauen in Digitalberufen“.

Im Zusammenhang mit der Games-Förderung setzt sich die Staatsregierung künftig nun auch stärker mit dem Bereich E-Sports auseinander. Weltweit werden jedes Jahr 850 Millionen US-Dollar in E Sport umgesetzt. Wettkämpfe locken online bis zu 100 Millionen Zuschauer an. Dabei ist E-Sports auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Hier sieht die Staatsregierung hohe gesellschaftliche Relevanz und zugleich hohes Entwicklungspotenzial. Um die Grundlage für die Etablierung und Weiterentwicklung in Bayern zu schaffen, ist auch die Ausrichtung eines großen E-Sport-Event-Turniers in Bayern wünschenswert.