KMUs bei der Umsetzung des „AI Act“ der EU unterstützen // Bayern zum Vorreiter für verantwortungsvolle KI machen // Mehring: „Wir spannen Schutzschirm vor EU-Bürokratie über Bayerns Wirtschaft auf“
30. Januar 2025
- Der bayerische Innovationsbeschleuniger (Bavarian AI Act Accelerator) unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung des AI Acts
- Das Staatsministerium für Digitales fördert den KI-Beschleuniger von Dezember 2024 bis Dezember 2026 mit 1,6 Millionen Euro
- Das Förderprogramm ist ein wichtiger Baustein, um Bayern erfolgreich ins KI-Zeitalter zu führen
- Mehring: „Wir spannen einen Schutzschirm vor ausufernder EU-Regulierung über der bayerischen Wirtschaft auf“
Die europäische Gesetzesinitiative zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz („AI Act“) ist bereits seit dem 1. August 2024 in Kraft. Ab dem 2. Februar 2025 erlangen erste Elemente aus dem komplexen Regelwerk Verbindlichkeit: Eine Herausforderung vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Start-ups, die von Künstlicher Intelligenz profitieren und Innovationen vorantreiben wollen sowie den öffentlichen Sektor. Der bayerische Innovationsbeschleuniger soll sie unterstützen, die neuen Vorgaben zu erfüllen. Er hat das Ziel, Hürden für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Unternehmen zu senken und den Standort Bayern besser ins KI-Zeitalter zu bringen. Das Bayerische Staatsministerium für Digitales fördert das Projekt, das vom gemeinnützigen appliedAI Institute for Europe unter wissenschaftlicher Federführung der LMU München gemeinsam mit der TU München und der TU Nürnberg umgesetzt wird. „Mit dem bayerischen Innovationsbeschleuniger unterstützen wir gezielt Unternehmen und Institutionen, damit sie die Chancen von KI nutzen können, ohne an regulatorischen Hürden zu scheitern“, so Digitalminister Dr. Fabian Mehring. „Wir spannen einen Schutzschirm vor ausufernder EU-Regulierung über der bayerischen Wirtschaft auf. Bayern setzt damit ein Zeichen gegen Bürokratie und Überregulierung sowie für Innovationskraft und digitale Souveränität.“
 Am 2. Februar 2025 werden erste Elemente des AI Act verbindlich: KI-Systeme mit „inakzeptablem Risiko“ sind ab dann verboten. Zudem müssen Mitarbeiter oder externe Parteien, die KI-Systeme nutzen beziehungsweise anbieten, angemessen geschult werden, um über ein gewisses Maß an „KI-Kompetenz“ zu verfügen. An solchen Herausforderungen setzt der bayerische KI-Beschleuniger an, indem er Forschung, Bildung und technologische Innovation kombiniert: Bayerische Forschungsteams entwickeln im Rahmen des Projekts wissenschaftlich fundierte Ansätze, um die Anforderungen des AI Act praxisnah umzusetzen. Gleichzeitig entstehen zielgerichtete Bildungsangebote wie Trainings und Workshops, die Unternehmen auf die neuen Vorgaben vorbereiten. Die Unternehmen erhalten beispielsweise Hilfestellung bei der Risikoklassifizierung, Dokumentation, Interpretation und praxisnahe Lösungen zur Erfüllung regulatorischer Vorgaben des AI Acts. Das Forschungsziel ist die Entwicklung eines Systems für die automatisierte Verifikation, das eine kontinuierliche und effiziente Überprüfung von KI-Systemen auf ihre Gesetzeskonformität ermöglicht.
Dr. Frauke Goll, Geschäftsführerin des appliedAI Institute for Europe: „Unser Ziel ist es, Unternehmen durch Wissenstransfer und innovative Tools die Konformität mit dem AI Act zu erleichtern. Wir möchten Sicherheit und Orientierung bieten, während Unternehmen die oft komplexen Anforderungen der KI-Regulierung bewältigen. Dabei streben wir nicht nur an, die Wettbewerbsfähigkeit des KI-Standorts Bayern zu stärken, sondern auch eine Vorbildfunktion für den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Europa einzunehmen.“
Prof. Dr. Gitta Kutyniok, Inhaberin des Lehrstuhls „Mathematische Grundlagen von Künstlicher Intelligenz“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Leiterin des Forschungsprojekts: „Ziel des gemeinsamen Forschungsprojekts von LMU, TUM, und UTN ist es, die rechtlichen Anforderungen des AI Acts zu formalisieren und klare Richtlinien festzulegen. Ein darauf aufbauendes System zur automatischen Verifikation würde es allen Unternehmen und Prüfstellen in Europa erlauben, leicht, konsistent und fair die KI-Technologie zu bewerten. In Zusammenarbeit mit appliedAI könnten unsere Forschungsergebnisse außerdem zur Entwicklung technischer und rechtlicher Standards beitragen, die dann von der Europäischen Gesetzgebung berücksichtigt werden könnten.“
Das Projekt läuft von Dezember 2024 bis Dezember 2026 und wird vom StMD mit 1,6 Millionen Euro gefördert. „Der Erfolg des Projektes hängt von der konstruktiven Zusammenarbeit der Partner ab, wobei immer gelten muss: weniger Forschung im Elfenbeinturm, mehr Austausch und Interaktion – und vor allem die schnelle Übertragung in den Unternehmens-Alltag“, sagt Mehring.
Wie wichtig das Projekt ist, zeigen die neuesten Entwicklungen in den USA: Dort wollen Tech-Unternehmen in gigantischer Dimension in den Ausbau von KI-Infrastruktur investieren. Zudem hat Präsident Trump die zuvor bestehende KI-Regulierung in den USA abgeschafft. „Deutschland hat kaum natürliche Ressourcen, hohe Löhne, gigantische Energiepreise und steht vor erheblichen demographischen Herausforderungen“, so Mehring. „Der Wohlstand unserer Heimat erwächst aus den Köpfen der Menschen die hier leben. Die ökonomischen Chancen unseres Landes stecken in Innovationen im Bereich von Tech und Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz oder Quantencomputing. Unsere Mission besteht deshalb darin, Bayern gezielt zu einem Premium-Hotspot für Zukunftstechnologien im Herzen von Europa zu entwickeln. Das klappt aber nur, wenn wir unnötige Hindernisse bei deren Entwicklung und Anwendung aus dem Weg räumen. Genau das tun wir mit dem Innovationsbeschleuniger: Wir spannen einen Schutzschirm vor ausufernder EU-Regulierung über der bayerischen Wirtschaft auf.“
Pressemitteilung
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HERAUSGEBER
Bayerisches Staatsministerium für Digitales

